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Das HR-Panel New Work, organisiert am 10. Januar 2018 das 1. St.Galler New-Work-Forum zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft – Perspektive Mensch“

FHS Forum New Work Keyvisual

Das Thema ist aktuell und relevant. Phänomene wie Digitalisierung, Flexibilisierung, multilokale Netzwerke, Agilität, GenY und GenZ erhöhen die Anforderungen an die Transformationsfähigkeit von Organisationen und erfordern neue Ansätze der Führungsformen, Bürokonzepte und Arbeitsmodelle.

Aus diesem Grund steht im Fokus der Veranstaltung die Betrachtung, über welche Kompetenzen Individuen aber auch Organisationen verfügen sollten, um den Arbeitsplatz der Zukunft gestalten und „leben“ zu können.

Im Rahmen des des 1. St.Galler New Work Forums wird Patrick Berhalter, Geschäftsleiter der Berhalter AG, das IBH-Lab KMUdigital vorstellen und über die Zusammenarbeit berichten.

Die Veranstaltung wird in den OLMA Messen St. Gallen stattfinden.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie hier.

Für viele KMU ist die digitale Transformation Fluch und Segen zugleich. Vieles wird sich grundlegend verändern. Daraus entstehen ebenso Chancen wie Herausforderungen, mit denen sich KMU schon heute auseinandersetzen sollten. Wie diese erkannt und genutzt werden können, steht im Mittelpunkt des Angewandten Forschungsprojektes «Nutzenbasierter Digitalisierungs-Navigator» oder kurz DigiNav.

Zehn der zwanzig erfolgreichsten Unternehmen sind heute Internetbetriebe, welche digitale Technologien auf eine neue Weise nutzen. Noch vor zehn Jahren dominierten große Industrieunternehmen die ersten Plätze auf der Erfolgsskala. Vieles ist im Umbruch und wir stehen heute vermutlich vor einem völlig neuen Paradigma der Wertschöpfung, vergleichbar mit der Veränderung durch die Industrialisierung. Wir reden in diesem Zusammenhang von «Disruption». Das Zeitalter der Digitalisierung hat also bereits begonnen. Was heißt das? Digitale Technologien ermöglichen es heute, Prozesse, Menschen und Maschinen miteinander zu vernetzen. Dadurch können beispielsweise enorme Mengen an Daten gewonnen werden, die uns ganz neue Einsichten gewähren. Vieles, wo es bisher den Menschen brauchte, kann zudem vollständig automatisiert werden. Intelligente Systeme lernen außerdem dazu, sie nehmen Veränderungen wahr und bauen diese selbstständig in Software ein. Wie Unternehmen, Märkte und der Wertschöpfungsprozess funktionieren, verändert sich damit grundlegend.

Digitalisierungs-Navigator

Gerade für KMU ist die digitale Transformation mit einem erheblichen Einsatz von Ressourcen verbunden. KMU müssen daher verstehen, welche digitalen Veränderungen überhaupt möglich und sinnvoll sind, und welche Wirkungen sie auslösen. Sie brauchen einen Werkzeugkasten, der ihnen dabei hilft, durch den Digitalisierungs-Dschungel zu navigieren. Denn heute nicht oder zu spät zu handeln, stellt ebenso ein Risiko dar, wie in die falschen Aspekte der Digitalisierung zu investieren. Dies gemeinsam mit sieben Partnerunternehmen zu analysieren und zu diskutieren, steht im Mittelpunkt des Projekts DigiNav. Digitalisierung wird dabei aus fünf sich ergänzenden Perspektiven betrachtet: Prozesse, Strategie, Services, Produktion und Human Resources. Gemeinsam mit drei weiteren Hochschulen wird so ein ganzheitliches und interdisziplinäres Instrument erarbeitet, das KMU auf dem Weg in eine digitale Zukunft unterstützt. Zwei der fünf Perspektiven wurden seit Projektbeginn im Januar bereits erarbeitet: digitale Prozesse und Strategien/Geschäftsmodelle.

Digitale Prozesse

Im Bereich der Prozessintegration zeigt sich, dass Rahmenbedingungen, Zielsetzungen und Anforderungen zum Handlungsbedarf in KMU eine große Varianz aufweisen. Erkenntnisse und Handlungsempfehlungen zur digitalen Prozessintegration müssen daher sehr unterschiedlich ausfallen. Fest steht aber: Digitale Prozesse können die Effizienz von Unternehmen deutlich steigern. Die Ergebnisse lassen sich den Teilbereichen Prozessintegration in Richtung Kunden, Prozessintegration in Richtung Lieferanten, Partner und Behörden sowie Prozessintegration und -optimierung innerhalb des Unternehmens zuordnen. Dabei stehen in KMU auch heute noch die klassischen Themen der Wirtschaftsinformatik vom ERP System zu eCommerce im B2C- und B2B-Umfeld bis hin zu Fragen des Electronic Data Exchange und eProcurement im Vordergrund.

Digitale Strategie

Digitale Technologien ermöglichen neue Geschäftsmodelle und begründen eine neue Erfolgslogik. Der Wettbewerb ist insgesamt härter, komplexer und oft schwer kalkulierbar geworden. Wir entdecken heute schon, dass die Digitalisierung die bestehenden Spielregeln des Wettbewerbs grundlegend verändert. So ermöglichen es digitale Plattformen beispielsweise, einzelne Stufen der Wertschöpfung neu zu gestalten, oder sie entfallen ganz. Insofern gilt es heute, die neuen Muster des digitalen Wettbewerbs zu verstehen und für sich selbst zu nutzen. Dabei wird es kaum ausreichen, Unternehmen effizienter zu machen. Vielmehr braucht es intelligente und innovative Lösungen, die einen klaren Nutzen für die Kunden stiften. Nur so lassen sich Vorteile im Wettbewerb aufbauen und erhalten.

IBH-Lab KMUdigital

Die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) ist ein grenzüberschreitender Verband von Hochschulen in der Bodensee-Region. Seit Anfang 2017 fördert sie über vier Jahre drei «Labs», Forschungskonsortien zu aktuellen Themen und ihre Verankerung in der Region. Das IBH-Lab «KMUdigital» untersucht, welche Chancen, Risiken und Notwendigkeiten die digitale Transformation für KMU mit sich bringt: Wie viel Digitalisierung muss und wie viel passt in den Mittelstand? Daran beteiligt sind neben der FHS St.Gallen die ZHAW School of Engineering, die HTWG, die NTB, die Fachhochschule Vorarlberg, die PH Weingarten und die Zeppelin Universität. Es besteht zudem ein enger Austausch mit zahlreichen KMU aus der Region. Das Projekt DigiNav ist eines von mehreren Einzelprojekten des Labs.

 

Autoren: Petra Kugler & Christian Thiel
Prof. Dr. Petra Kugler ist Mitarbeiterin am Kompetenzzentrum für Strategie und Management am Institut für Prozessmanagement IPM-FHS. Prof. Dr. Christian Thiel ist Professor für Wirtschaftsinformatik am Institut für Informations- und Prozessmanagement IPM-FHS.

Das Team des Forschungsprojektes "Digitale Agenda Bodensee" hat es sich zum Ziel gesetzt, die politischen, rechtlichen und organisationalen Rahmenbedigungen für kleine, mittlere und mittelständische Unternehmen in Bezug auf die Digitalisierung zu analysieren und verbessern.

Im Rahmen dieses Projektes möchten wir Sie gerne dazu einladen, an der nachfolgenden Befragung teilzunehmen, da das Forschungsprojekt auf Ihre Rückmeldung zu Ihrer Situation, Ihren Anforderungen und Wünschen in Bezug auf die Digitalisierung aufbaut. 

Auf Basis der Befragung werden Handlungsempfehlungen für politische Akteure erarbeitet, um die Rahmenbedingungen in Bezug auf die Digitalisierung vor allem für kleine, mittlere und mittelständische Unternehmen zu verbessern.

Hier gelangen sie zur Umfrage!

Die Befragung wird circa 20 Minuten in Anspruch nehmen. Die Ergebnisse werden Ihnen nach der Auswertung selbstverständlich kostenlos zur Verfügung gestellt und sind komplett anonymisiert.

Das Teilprojekt „Digitale Agenda Bodensee“ (DAB) hat sich zum Ziel gesetzt, die politischen, rechtlichen und personalpolitischen Rahmenbedingungen für kleine, mittlere und mittelständische Unternehmen (KMU) in Bezug auf die Digitalisierung zu analysieren und bei den relevanten Akteuren zu artikulieren, um gerade KMU noch besser bei der Digitalisierung zu unterstützen.

DAB versucht somit innerhalb des grenz- und branchenübergreifenden Forschungs- und Transferprojektes die relevanten Akteure für die Situation, Anforderungen und Wünsche der KMU in Bezug auf die Digitalisierung zu sensibilisieren.

DAB versteht sich in erster Linie als Dienstleister für KMU, welche tagtäglich einen immensen Beitrag zum Wohlstand ihres Landes liefern. Deswegen sollten auch gerade sie in Zeiten der fortschreitenden Digitalisierung und der Veränderung der Arbeitswelt bestmöglich bei der Bewältigung dieser Herausforderungen unterstützt werden.

Hierzu hat das Projekt Mitte Oktober eine breit angelegte und länderübergreifende Onlinestudie ins Feld geschickt. Insgesamt konnten für die Verteilung und Unterstützung bei der Studie achtzehn Kooperationspartner gewonnen werden. Über diese Kooperationspartner wurde die Studie an circa 25.000 KMU in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Liechtenstein versendet. Die Befragung hat zum einen das Ziel, den Status Quo der KMU im Bereich der Digitalisierung zu erheben, als auch zum anderen herauszufinden, wo den KMU der „Schuh drückt“.

Erste Ergebnisse der Befragung werden Mitte 2018 in einem Grünbuch veröffentlicht. Hierbei geht es vorrangig darum, die aktuellen Handlungsfelder im Bereich der Digitalisierung in der Bodenseeregion aufzuzeigen, um diese anschließend in Kooperation mit Vertretern aus den KMU, der Politik, der Verwaltung, den Interessenverbänden und der Wissenschaft zu bearbeiten.

In einem nächsten Schritt wird in 2018 eine Reihe von Workshops zu ausgewählten Themen der KMU stattfinden. Schon jetzt kann konstatiert werden, dass viele KMU noch nicht in ausreichendem Maße für das Thema Digitalisierung sensibilisiert wurden. So wissen viele KMU nicht um etwaige politische Initiativen und Förderprojekte, die sie eigentlich bei der Digitalisierung unterstützen. Im rechtlichen Bereich sind KMU häufig mit einer gigantischen Flut an neuen rechtlichen Aspekten wie z.B. Datenschutz, Know-how-Schutz oder dem Arbeits- und Kartellrecht überfordert. Innerhalb der Organisationen sind zudem immer stärker solche Fragen relevant, die das Verhältnis von Mensch und Technik betreffen: Wie verändert sich eigentlich die Arbeitswelt innerhalb der KMU, wenn Prozesse immer stärker digitalisiert werden?

Letztendlich kommt es darauf an, KMU die Angst zu nehmen und möglichst zu Treibern der Digitalisierung zu machen.

Save the date:

Am Donnerstag, den 18. Oktober 2018 wird das Grünbuch anlässlich der KMUdigital-Roadshow an der Zeppelin Universität (Friedrichshafen) vorgestellt.

BI 17 2017 Foto Überreichung Sail of Papenburg

Die Arbeitsgemeinschaft Europäischer Grenzregionen (AGEG)  hat die internationale Bodenseeregion mit dem Sail of Papenburg-Award 2017 ausgezeichnet.

Für die Bodenseeregion hatten sich die Internationale Bodensee Konferenz (IBK) und die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) mit dem vom Interreg-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ geförderten Projekt „IBH-Labs – Netzwerke regionaler Hochschulen und Praxis-Partner für Forschung und Innovation“ beworben.

Der nicht dotierte Preis der AGEG für grenzüberschreitende Leistungen wurde 2002 in Papenburg von der Ems Dollart Region gestiftet und wird seit dem jährlich an der AGEG-Jahreskonferenz verliehen.

Der Preis ist Anerkennung und Anregung zugleich: Er ehrt herausragende Programme/Strategien, Projekte und Aktionen in der grenzübergreifenden Zusammenarbeit, möglichst auch mit Modellcharakter. Gleichzeitig soll er Ansporn für Grenz- und grenzübergreifende Regionen sein, einen aktiven Beitrag zur Verständigung an den Grenzen und zum besseren Zusammenleben der Völker Europas zu leisten.

 Der diesjährige IBK-Vorsitzende, Regierungschef Adrian Hasler vom Fürstentum Liechtenstein sagte anlässlich der Verleihung des Preises: „Mit diesem Preis werden die Anstrengungen der Bodenseeregion und das IBK-Leuchtturmprojekt Internationale Bodensee-Hochschule europaweit wahrgenommen und gewürdigt. Das freut und motiviert uns sehr und leistet, ganz im Sinne der neuen IBK-Strategie, einen Beitrag zu Sichtbarkeit und Orientierungswirkung der grenzüberschreitenden Kooperation im Bodenseeraum. Ich danke allen Beteiligten für diese großartige Leistung.“

Der IBH-Vorsitzende und Rektor der Hochschule für angewandte Wissenschaften FHS St.Gallen, Prof. Dr. Sebastian Wörwag äußerte: „Wir freuen uns sehr über diesen Preis, der sowohl die Arbeit der Projektteams in den IBH-Labs als auch jene der IBH auszeichnet. Die IBH-Labs stehen sowohl für das Ziel der IBH, grenzüberschreitende Projekte in Kooperation mit der Praxis zu lancieren und sich regionalen Herausforderungen anzunehmen, als auch für die international anerkannte Qualität der Hochschulkooperation in der Bodenseeregion. Damit sind die Labs stilbildend für die Arbeit der IBH.“

i4Production

Wer wünscht ihn nicht: den intelligenten, effizienten und wirtschaftlichen Herstellungsprozess? Viele Firmen setzten aktuell auf die Digitalisierung und verbessern so die eigene sowie die mit externen Stellen vernetzte Produktion.

Die Digitalisierung bringt einerseits Fortschritt, zeigt aber auch die zunehmende Komplexität der heutigen Produktionsnetzwerke auf. Zahlreiche Entscheidungen sind zu fällen, um einen effizienten und sicheren Austausch mit verschiedenen Betrieben zu gewährleisten.

Ein Blick auf vorhandene Modelle kann da weiterhelfen: Im Projekt i4Production des IBH-Labs KMUdigital arbeiten Teams an drei Standorten in den drei Nachbarländern Deutschland, Österreich und der Schweiz an der vernetzten Prozesslandschaft. Aufgebaut wird derzeit eine gemeinsame Musterfabrik, in welcher bestellt, geplant, konstruiert und montiert wird. Die dezentrale Produktion im Projekt nimmt Formen an: Aktuell werden Daten und Schnittstellen definiert, welche eine Datenweitergabe über die Landesgrenzen in Echtzeit erlauben soll.

Für Unternehmen wird diese i4-Prozesslandschaft als Modell für die eigene Fertigung zur Verfügung stehen. Als erste Organisation wird RhySearch die i4Production als Modell für die eigene Fertigung «Werkstatt4» übernehmen. Für dieses neue CNC Präzisionsfertigungslabor von RhySearch wird jetzt ein digitales Prozessumfeld aufgebaut, an dem die Fachhochschule NTB, inspire AG und die Universität Liechtenstein mitwirken.

Die Erkenntnisse aus dem Projekt i4Production werden allen interessierten Firmen zur Verfügung gestellt. So wird aufgezeigt, wie in Business Ecosystemen effizient gearbeitet werden kann und mit welchen Massnahmen der eingangs gestellte Wunsch zur optimierten Herstellung, seinen Weg in die Realität finden kann.

Autor: Bärbel Selm, RhySearch, 27.10.2017